Unterwegs in Tiflis, Georgien

Ich bin von und nach Georgien nach/ab Tiflis geflogen. Daher hatte ich zwei Aufenthalte. Am Anfang meiner Reise schlief ich drei Nächte dort und am Ende nochmal sechs. Um ein Gefühl für die Hauptstadt Georgiens zu bekommen und (nicht gestresst) alles zu sehen zu können, was man möchte, empfehle ich etwa 4-5 Nächte in der Stadt zu verbringen.

 

Von A nach B innerhalb von Tiflis

Wo schlafen in Tiflis?

Was machen in Tiflis?

Chronicles of Georgie & Tifliser Meer

Dry Bridge Market

„Dezertirebis Bazroba“ Wochenmarkt

Stadtführungen

St. Nicolas Church & Mother of Georgia

Holy Trinity Cathedral of Tbilisi

Schwefelbäder

Vakis Parki

Botanischer Garten

Tagesausflüge

Von A nach B innerhalb von Tiflis

In Tiflis lohnt es sich auf jeden Fall die 2 Lari (~0,7€) für eine Metro-Card auszugeben. Diese kann man überall an den Automaten aufladen. Die Automaten stehen an fast allen Bus- und Metrohaltestellen. Eine Fahrt kostet 50 Tetri (~0.15€) und man kann den Bus/Metro innerhalb von 90 Minuten so oft wechseln wie man möchte. An den Bussen steht leider alles nur in georgisch (und russischer) Sprache an. Einzig die Busnummer ist in lateinischer Schrift. Falls du in einem Hostel schläfst, in dem jemand englisch und georgisch/russisch spricht, frag einfach dort nach, wenn du irgendwo hin möchtest. Mir hat man in den Hostels immer versucht zu helfen.

Die Rolltreppe zur Metro in Tiflis, Georgien
Die Rolltreppe zur Metro in Tiflis

Die Metro dahingegen ist sehr einfach zu verstehen und die Stationen sind auch in lateinischen Schriftzeichen angeschrieben. Um zur Metro zu gelangen fährt man sehr lange eine Rolltreppe hinunter. Als  man damals die Metro baute verband man die schon vorhandene Bunker, überbleibsel der Kriege. Da die Bunker aber sehr weit unter der Erde lagen steht man schon mal eine geschlagene Minute auf der Rolltreppe. Neuere Metrostationen erkennt man daher, dass sie nicht so tief unter der Erde liegen.  

Wo schlafen in Tiflis?

Ich habe in Tiflis in drei verschiedenen Hostels geschlafen, wobei mir das Indi Mindi am besten gefallen hat.

Indi Mindi

Ein sehr kleines Hostel, gemütlich in einem Hinterhof gelegen mit toller Dachterrasse und großem Aufenthaltsraum. Ich habe in dem gemischten 6-Bett-Schlafsaal 9 Lari (~2,80€) pro Nacht gezahlt. Charlie, der Leiter des Hostels kann dir alle Fragen zum gesamten Kaukasus beantworten und hat mir auch einige unbekannten Tipps (wie beispielsweise die Chronicles) verraten.

Tbilisi Art Gate Hostel

Das Hostel ist sehr zentral nahe des Liberty Squares gelegen und eher etwas größer. Es kostete 15 Lari (~4,60€) pro Nacht.

Queens Hostel

Auch ein eher kleines Hostel, das von mehreren Freiwilligen geleitet wird. Die Freiwilligen, die da waren, als ich dort war, waren super nett und sehr hilfsbereit. Das Hostel kostete 12 Lari (~3,70€) und beinhaltete ein leckeres Frühstück.

Was machen in Tiflis?

Chronicles of Georgia & Tifliser Meer

Chronicles of Georgia in Tiflis
Chronicles of Georgia in Tiflis

Die Chronicle of Georgia sind 16 30-35 Meter hohe Säulen, die die Geschichte von Georgien (oberer Teil) sowie das Geschichten aus dem Leben Christi (unterer Teil) zeigen. Es sind auch einige Schriftzüge zu sehen, jedoch nicht in der deutschen oder englischen Sprache. Sie wurden 1985 von Zurab Tsereteli erbaut, aber bis heute nicht fertig gestellt. Als ich die Chronicles besuchte war absolut nichts los, etwa 5 Leute schauten sich die Säulen an. Nicht nur die Säulen sind anschauenswert, sondern auch die Aussicht, die man von ihnen hat, denn sie thronen auf einer Anhöhe, von der man über Tiflis, auf die weniger touristischen Viertel schauen kann. Dadurch bekam ich einen besseren Einblick darin, wie die Menschen in Georgien leben. In Tiflis sind die Hauptstraßen und auch die Touristenhotspots sehr schick und modern. Sobald man jedoch in kleinere Seitenstraßen oder gar außerhalb der Hotspots geht, sieht man, dass die Leute arm sind und kein Geld für die Häuser übrig bleibt. Auf der Rückseite liegt dann noch das „Tifliser Meer“. Ein sehr großer See, in dem man natürlich auch schwimmen gehen kann. Als ich dort war gingen auch einige Einheimischen schwimmen, mir war es dafür aber etwas zu frisch.

Tifliser Meer
Tifliser Meer

Zur den Chronicles und dem Tifliser Meer kommt man ganz einfach mit dem Bus Nr. 60, der ab/bis zu der Haltestelle „Station Square 1“ fährt. Eine Busfahrt kostet 50 Tetri und kann einfach mit der Metro-Card bezahlt werden. Auf dem Rückweg steht man an einer eher unscheinbaren Bushaltestelle. Sie ist einzig durch ein blaues Schild gekennzeichnet, keine Busnummer oder gar Sitzbank steht dort. Es kamen einige „Taxi“-Fahrer vorbei (einige hatten nicht mal ein Taxi-Schild, daher bezweifle ich, dass es tatsächlich alles Taxi-Fahrer waren) und wollten mir weiß machen, dass hier kein Bus fährt und ich besser mit ihnen mitfahren sollte. Es kam aber dann nach etwa 15 Minuten warten doch ein Bus. Also! Nicht beirren lassen.

Dry Bridge Market

Der Markt nahe der Dry Bridge ist eine Art Trödel- und Kunstmarkt, auf dem es echt alles gibt. Einige Künstler präsentieren ihre selbst gemalten Bilder und auch einige handwerkliche Werke wie Taschen, Schüsseln, Vasen und Gestricktes wie Socken und Mützen konnte man dort finden. Auch kann man bei Verkaufsständen stöbern, die einem richtigen Trödelmarkt entsprechen. Von alten Gegenständen aus dem Krieg, altes Geschirr (teilweise sogar mit deutschem Aufdruck), altes Geld und Wertpapieren über Schallplatten ist hier alles dabei. Bei manchen Ständen hatte ich sehr den Eindruck, es wurde einfach verkauft, was zu Hause noch herum lag und nicht mehr gebraucht wurde. Etwas gruselig empfand ich den Stand mit „medizinischen“ Geräten wie Spritzen, Scheren und jeder Menge Erlenmeyerkolben. Wenn der Verkäufer keinen Tisch hatte, wurden die Sachen einfach auf den Boden gelegt oder auf die Motorhaube des Autos. Stets nach dem Motto „Problem? Which Problem?“

Dry Bridge Market in Tiflis
Dry Bridge Market in Tiflis

Zum Markt bin ich einfach gelaufen. Vom Liberty Square benötigt man etwa 15-20 Minuten. Er ist direkt an der Dry Bridge zu finden, nach der der Markt auch benannt ist.

„Dezertirebis Bazroba“ Wochenmarkt

Dieser Wochenmarkt ist einer der größten und authentischsten, den ich in Georgien besucht hatte. Er befindet sich nahe der „Abastumani Street“ und liegt damit etwas außerhalb der typischen Touristenhotspots. Dort war immer viel los, trotz der Größe des Marktes. Riesige Fleischtheken reihen sich an Obst und Gemüseständen. Weiter ging es dann mit Nüssen und eine kleine Ecke mit Klamotten gab es auch. Natürlich durften auch die georgischen Bäckereien nicht fehlen. Ich liebe diese Märkte, mit all den regionalen Produkten, die es meist auch noch zu ziemlich wenig Geld gibt. Mir haben es in Georgien vor allem die Feigen, Tomaten und Pflaumen angetan.

Stadtführungen

In Tiflis werden eine Reihe an kostenlosen Stadtführungen angeboten. Ich entschied mich für die „Tbilisi Hack Alternative Tour“. Diese startete am „Fabrika Hostel“ und ging etwa 2,5 Stunden. Eine junge russische Frau, die hervorragend Englisch spricht (nicht normal in Georgien) führte uns durch einige Kirchen, die sich sehr von den „normalen, klassischen“ georgischen Kirchen unterschieden, durch das „deutsche Viertel“ und einiges mehr. Es wurden viele lustigen, interessanten und keineswegs langweiligen Fakten zu Georgien, die Leute und einige Gebäude erzählt. Die Gruppe durfte auch eine Art Mini-Donut probieren und am Ende ging es sogar noch in einen klassischen georgischen Weinkeller, in dem jeder drei verschiedene Weine und die, die sich getraut haben auch „Chacha“(hochprozentiger Alkohol) probieren durften. Weitere Infos sind auf der Webseite zu finden: http://tbilisihack.com/alternative/ Ich kann die Tour nur empfehlen!

St. Nicholas Church & Mother of Georgia

Die St. Nichlas Kirche ist eine der eher klassischen touristischen Spots. Sie liegt etwas oberhalb und ist entweder zu Fuß oder mit einer Seilbahn zu erreichen. Da ich hoch gelaufen bin kann ich zu der Seilbahn leider nichts sagen. Neben der Burg sind auch einige Routinen, die man auf sehr staubigen Trampelpfaden erklimmen kann. Festes Schuhwerk ist auf jeden Fall von Vorteil. Wenn man einmal oben ist kann man dann auch weiter zur im Volksmund genannten „Mutter Georgiens“ laufen. Die Statur wurde im Jahr 1958 erbaut, zum 1500 jährigen Jubiläum der Stadt Tiflis. Sie zeigt in der linken Hand eine Schale Wein für die Freunde und in der rechten Hand ein Schwert gegen die Feinde. Von hier oben kann man auch einige Blicke auf den botanischen Garten erlangen.

Holy Trinity Cathedral of Tbilisi

Die Holy Trinity Cathedral in Tiflis
Die Holy Trinity Cathedral in Tiflis

Die Holy Trinity Cathedral of Tbilisi thront etwas überhalb von Tiflis auf einer der Anhöhe. Man sieht sie von nahezu überall in Tiflis. Die Kathedrale ist einfach riesig und ein Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall.

Schwefelbäder

Die Schwefelbäder in Tiflis befinden sich im „Abanotubani-Viertel“ der Stadt. Hierbei steht abano für Bad und ubani für Bezirk. Die Schwefelbäder werden hier seid über 700 Jahren genutzt. Im 13. Jahrhundert gab es sogar 65 Stück. Heute sind nur noch einige wenige in Benutzung. Es gibt einige, in denen man sich einen Raum (hierbei gibt es natürlich verschiedene Preiskategorien) für eine gewisse Zeit mieten kann. Der billigste Raum kostet ungefähr 35 Lari(~10,70€) für eine Stunde. Es gibt auch ein öffentliches Badehaus, das „Abano No 5″ in der Grishashvilli Street“. Hier gibt es getrennte Bereiche für Frauen und Männer und eine Stunde entspannen kostet 5 Lari (~1,60€). Es gab vor dem eigentlichen Baderaum einen Bereich, wo man sich umziehen kann, mit Spinden (ohne Schlösser). Zum Baden ging es dann komplett nackt. Der eigentliche Badebereich war dann mit einigen Duschen an den Wänden, Sitz- und Liegegelegenheiten ausgestattet und einem kleinen Becken. Die Duschen konnte man sich so heiß/kalt einstellen, wie man es gerne möchte. Mir hat beim Aufdrehen zum Glück eine georgische Frau geholfen, da man ewig drehen muss, bis genug Wasser raus kommt und ich dann zwischendurch etwas den Mut verlor, ob ich denn überhaupt das Richtige tuhe :D. Das kleine Becken war mit sehr warmen Wasser befüllt. Es dient eher zur Entspannung und nicht zum Schwimmen. Man konnte dort auch Einheimische dafür bezahlen, das sie einem mit einem Badehandschuh „massiert“. Dazu konnte man sich einfach auf eine der Liegeflächen legen. Für mich sah das aber eher aus, als als würde die oberste Hautschicht abgerieben und da ich meine Haut doch noch brauchte habe ich dankend abgelehnt. Im Bad befanden sich auch einige georgische Frauen, die sich dort ganz normal wuschen, rasierten und entspannten. Die Frauen wirkten hier (anders, wie auf den Straßen) deutlich aufgeschlossener und kommunikativer. So hat mir auf der Straße kein einziges mal während meines kompletten Georgienaufenthalt eine Frau zurück gelächelt. In dem Bad aber schon. Und auch über die Sprachbariere wurde mit zeigen und Handbewegungen hinweggeholfen.

Vakis Parki

Kriegsdenkmal im Vakis Park in Tiflis
Kriegsdenkmal im Vakis Park in Tiflis

Der Vakis Park gehört auch nicht zu den klassischen Touristenspots in Tiflis. Als ich ihn besuchte sah ich keinen einzigen Tourist, nur Einheimische, die mit ihren Hunden gassi gingen oder Sport treibten. Im Park gibt es ein „Tomb of the unknown Soldier“ und „Memorial of th Great Patriotic War“. Ich sah bei meinem Besuch auch noch einige Menschen dort sitzen, die aussahen, als würden Sie den Toten gedenken. Man kann dann anschließend entweder den Berg zu Fuß erklimmen oder mit einer Seilbahn, die am Eingang des Parkes startet. Die Seilbahn ist eine sehr alte und war leider zu dem Zeitpunkt, als ich den Park besuchte nicht in Betrieb. Daher entschied ich mich den Berg zu Fuß zu erklimmen. Es ging etwa 40 Minuten über staubige Trampelpfade immer weiter hinauf. Oben kann man dann zum „Schildkrötensee“. Dieser ist aber sehr touristisch und daher nicht so meins. Ich bin weiter zum „Svan Tower“ gelaufen, dem einzigen Wachturm in Tiflis. (Dazu einfach von der Seilbahn aus nach rechts laufen, entgegen der Anderen, die sicher nach links zu dem Schildkrötensee laufen) Direkt an den Turm rann kann man leider nicht und ich wollte nicht durch den Zaun klettern. Daher bin ich dann weiter dem Weg Richtung „Mtatsminda“ gefolgt (von dem Turm aus macht der Weg eine starke V-Kurve, der ich gefolgt bin), allerdings nur kurz um dann über einen kleineren Trampelpfad etwas überhalb (der Hauptweg macht dann kurz darauf noch mal eine V-Kurve, der ich nicht gefolgt bin, sondern gerade aus), parallel zum „Schildkrötensee“ zu einem super schönen und total entspannenden Aussichtspunkt zu kommen. Es war absolut nichts los (sehr windig) und man hatte eine tolle Sicht über Tiflis. Man konnte sogar die Chronicles of Georgia und einige andere Sehenswürdigkeiten erkennen. Bei gutem Wetter lohnt sich ein Picknick mitzunehmen und dort oben etwas zu verweilen. Danach bin ich auf dem Kamm (links die Stadt, rechts eine Schlucht) des Hügels, auf einem Trampelpfad wieder zurück in die Stadt gelaufen.

Botanischer Garten

Den botanische Garten wollte ich zwar besuchen, zeigte am Eingang meinen Studentenausweis vor, da es für Studenten ermäßigten Eintritt gab. Allerdings sagte mir die Frau am Schalter, dass der Studenteneintrittspreis nur für georgische Studenten gilt. Darüber habe ich mich dann doch sehr geärgert, da dass einer touristen Abzocke gleicht. Aus diesem Grund habe ich mich gegen einen Besuch entschieden. Auf einigen Plattformen habe ich aber gelesen, dass er ganz hübsch sein soll.

Tagesausflüge

Ab Liberty Square fahren täglich einige Maschrutki zu verschiedenen Plätzen, über die es sich zu informieren lohnt! (Entweder andere Touristen fragen oder an eine der unzähligen Angeboten auf der Straße. Achtung vor Abzocke!)

Mzcheta

Mzcheta ist eine kleine Stadt, die nahe bei Tiflis liegt. Ab dem Busbahnhof Didube fahren sehr viele Maschrutki dort hin. Eine einfache Fahrt kostete 2 Lari (~0,70€). Die Stadt war früher lange Zeit Hauptstadt des Iberischen Reichs. Sie bildete eine wichtige Handelsstädte zwischen der Küste des schwarzen Meeres und Kartlien (Vorgängerstaat des heutigen Georgiens). Heute sind hier einige Kulturdenkmäler und Kathedralen anzusehen. Man kann sich auch zu einer Kirche etwas außerhalb der Stadt fahren lassen. Das habe ich allerdings nicht gemacht. Die Kirchen sind sehr schön, jedoch ist es sehr touristisch. Mir hat etwas die Ruhe gefehlt, die oft von solch alten, religiösen Orten ausgeht. Es war sehr viel los und nicht jeder respektierte die Traditionen und Regeln, die mit heiligen Orten einhergehen. Das fand ich sehr traurig.

Klosterstädte Dawit Garedscha

Das heute noch bewohne Kloster Dawit Garedscha ist ein georgisch-ortodoxes Kloster und liegt in Kachetien, direkt an der Grenze zu Aserbaidschan. Es ist das älteste Kloster in Georgien. Tagesausflüge werden täglich vom Liberty Square angeboten. Diese kosteten 30 Lari (~10€) und beinhalteten Hin- und Rückfahrt. Ich habe diesen Tagesausflug nicht unternommen, da ich zu dem Zeitpunkt genug hatte von den holprigen Maschrutki-Fahrten. Die Fahrt wäre größtenteils auf Schotterwegen gewesen und da man mehrere Stunden dort hin fahren würde habe ich mich dann dagegen entschieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.